Ein Baum geht auf die Reise: Festzug-Vorbereitung des Kärwavereins Stadeln
   Diese Herrschaften haben vermutlich den längsten ... Zweiachs-Anhänger beim Fürther Erntedankfestzug: Der Kärwaverein Stadeln e.V. buddelt für den Festtag seinen eigenen Kirchweihbaum aus, bringt ihn mit Hilfe eines Kranwagens in die Horizontale und legt das vordere und hintere Ende auf zwei einzeln lenkbare Achsen. So kommt man auch mit den scharfen Kurven der Fürther Innenstadt zurecht. Ach ja, die Länge: 15 Meter.
   



v.l.n.r.: Kurt Leipold (Abteilungsleiter Altkärwaburschen), Sven Knobloch (Abteilungsleiter Kärwajugend), Antonio Loisi (Abteilungsleiter Kärwaburschen), Jochen Winner (1. Vorsitzender)
   Dabei maß der Baum, so lange er stand, sogar das Doppelte - aber 30 Meter waren für den Einsatz als Festzuggefährt dann doch zuviel. Am Kranhaken hängend, wurde die 580 Kilo schwere Kiefer scheibchenweise mit der Motorsäge gekürzt, bis sie passte. Auf die beiden Achsen sind die Stadelner einigermaßen stolz: Die Konstruktionen aus Eichenholz tun schon seit über 100 Jahren ihren Dienst.

Damit der Stolz auch bleibt, musste die Stadelner Mannschaft ihren Baum beschützen, zumindest während ihrer eigenen Kirchweih täglich von 18 Uhr durch die ganze Nacht bis morgens um 6 Uhr. Auch in der Nacht vor dem Festzug sollte jemand Wache schieben.

Denn in diesem Zeitraum sind traditionsgemäß Versuche mutwilliger Beschädigung der Kirchweihbaumrinde durch Ortsburschen der umliegenden Gemeinden zu erwarten. Und wenn diese Versuche erfolgreich sind, dann bedeutet das einen enormen Ehrverlust für die Baumbesitzer - da nützt dann die ganze Länge nichts mehr... Also bleibt man wach, auf dass der Baum seine Rinde behalte. "Ich lass mich doch nicht morgen anreden: 'Ha, euch haben's den Baum geschält!" grinst Jochen Winner, Vorsitzender des Kärwavereins. 
   
Ohnehin hält der Verein die dörflichen Bräuche aktiv am Leben, und zwar so, dass alle Altersgruppen mitmachen können: Kids zwischen vier und fünfzehn Jahren bilden die "Kärwajugend", ab 16 wird man Kärwabursch bzw. -madla und behält diesen Status bis zur Hochzeit. Eheringträger werden dann als "Altkärwaburschen" tituliert und dürfen nicht mehr selbst beim Betz'n-Tanz oder beim Kärwaliedla-Singen mitmachen - wohl aber bei den organisatorischen Aufgaben. Und die sind vielfältig.

Der Stadelner Kärwaverein, zu dem sich 2002 zwei vorher unabhängige Kirchweihburschen-Vereine zusammenschlossen, organisiert die Stadelner Kirchweih in Zusammenarbeit mit der Stadt Fürth. Sowie zahlreiche weitere Feste und Wanderungen während des ganzen Jahres, vom Faschingsball über diverse Stadtführungen bis zum "Sommer-Clubbing" im Sportheim. Nicht zu vergessen das "Betz'n-Essen", bei dem mitnichten der Betz gegessen wird - der kommt lebendig zurück zum Schäfer. Der Name des Festmahls ist davon abgeleitet, dass das Essen jeweils vom Gewinner des Betz'n-Tanzes ausgerichtet wird. Mit Unterstützung der Firma Mekra Lang, auf deren ehemaligem Gelände auch das Baum-Gefährt hergerichtet wird.

Ganz ohne Sponsoren wäre das Leben schwerer, und so hat Vereinsmitglied Jörg Lamatsch als Geschäftsführer der Hausverwaltung Koller den Kranwagen für die Baum-Aktion spendiert. Und auch Ehrenmitglieder hat der traditionsbewusste Kärwaverein: den Fürther Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung und Alt-OB Hartmut Träger. Die dürfen sich über Einladungen zu offiziellen Anlässen freuen - und brauchen ganz bestimmt nicht nachts auf die Baumrinde aufpassen.
 

Info für Schausteller

Einkaufen

 

  Öffnungszeiten 
  der Kirchweih:
 

  Werktage
  10.00 - 23.00 Uhr

  Sonn- und Feiertage
  11.00 - 23.00 Uhr

  Verkaufsoffene
  Sonntage:


  03.10.2010
  10.10.2010
  ieweils 13-18 Uhr

 
Tucher Michaeliskirchweih-Pass 2009